Meine kleine Nachtmusik Mai 2026
Was kann die Musica nicht alles: aufheitern, erlösen, beruhigen, beflügeln, aufhellen, ordnen, tanzen, schwingen, ermuntern, trösten, unterhalten, erziehen, öffnen. Kleinere Musikstücke in sehr subjektiver Auswahl sollen Appetit machen auf etwas Wunderbares aus der großen Welt der Töne. Vielleicht ebnet das Anhören sogar den Weg zum Komponisten und dessen Œuvre?
Drei Jahre vor seinem Tod im Jahr 1988 veröffentlichte der Trompeter Chet Baker beim kleinen, aber feinen Label Criss Cross aus Holland eine Trioaufnahme unter dem Titel „Chet’s Choice“. Die exzellenten Sidemen waren Philip Catherine an der Gitarre und Jean-Louis Rassinfosse am Bass.
Nach einer Karriere als First-Class-Trompeter und Sänger während der 1950er, und 60er-Jahre in den USA als West-Coast-Jazzer war Bakers Leben stark von einer langjährigen Heroinsucht geprägt, die seine Karriere und seine Gesundheit zeitweise stark beeinträchtigte. Bei einem Unfall verlor er einen Teil seiner Zähne – eine Katastrophe für einen Blasmusiker.
Aber Baker lernte sein Spiel neu, trat wieder auf und fand in Europa einen neuen Lebensmittelpunkt. Sein Sound wurde noch melodischer und introspektiver. Es entstand eine dichte Musik, die den beteiligten Musikern große Freiheiten einräumt. Der spielerische Umgang mit den Standards führte zu einem unverwechselbaren Sound. Das Stück „Love for Sale“, ein Titel von Cole Porter, ist ein gelungenes Beispiel dafür.
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