Meine kleine Nachtmusik Jacobus Gallus-Regem natum

Jacobus Gallus, Regem natum

 

Was kann die Musica nicht alles: aufheitern, erlösen, beruhigen, beflügeln, aufhellen, ordnen, tanzen, schwingen, ermuntern, trösten, unterhalten, erziehen, öffnen. Kleinere Musikstücke in sehr subjektiver Auswahl sollen einmal pro Monat Appetit machen auf etwas Wunderbares aus der großen Welt der Töne. Vielleicht ebnet das Anhören sogar den Weg zum Komponisten und dessen Œuvre?

 

Es ist auch bei Jacobus Gallus – auf Deutsch Jakob Handl – so wie bei den meisten Renaissance-Komponisten: Wir wissen so gut wie nichts über sein Leben. Geboren wurde er wahrscheinlich am 3. Juli 1550 in Ribnica. Aufgehalten hat er sich in Böhmen, Mähren und Schlesien. Ab 1586 war er für fünf Jahre Kantor an der Kirche St. Johann am Ufer in Prag, wo er 1591 im Alter von vierzig Jahren starb.

 

Er hinterließ ein unglaublich umfangreiches Œuvre mit dem Schwerpunkt auf geistlicher Musik. Sein Hauptwerk ist das „Opus musicum“, eine Sammlung von Motetten für das gesamte Kirchenjahr, das 374 Kompositionen umfasst. Eine von ihnen möchte ich gerne vorstellen: Regem natum, eine Weihnachtsmotette, die vermutlich Ende der 1580er-Jahre in Prag entstand.

 

Diese vierstimmige Motette hat es in sich und ist nicht leicht zu singen. Alle Stimmen werden, von wenigen Ausnahmen abgesehen, einzeln geführt – und klingen doch himmlisch schön zur Geburt Jesu zusammen.

 

Das Klangbeispiel ist eine Aufnahme des Kirchenchores Chorus Salvatoris aus der Erlöserkirche in Bratislava. Die musikalische Tradition dieser Jesuitenkirche reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück.

 

https://www.youtube.com/watch?v=J2Fr55i_jNc&list=RDJ2Fr55i_jNc&start_radio=1

 

 

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